start | filmBlog | flimmerWelt | galerie | fundGrube | studierStube | forum
leseEcke | stehBild | tagesThemen | ganzPrivat | intern | impressum
bekay de » start  
 

Donnerstag, der 12.08.2004, 03:18
Game, The

Also eigentlich mag ich den Fincher, finde seine Filme heben sich schon vom Mainstreambrei ab ... sein Hochglanzlook, der meistens sehr kühl ist und in perfekt durchgestylten Bildern zum Ausdruck kommt, läuft immer Gefahr, den eigentlichen Inhalt der Bilder zu überragen - bei Panic Room ist dies geschehen (mag den aber trotzdem, da die meist auch pc-generierten Nahaufnahmen in dieser Weise sehr dynamisch und atemberaubend waren)! Hier geht es etwas ruhiger zur Sache, die Bilder sind noch nicht zu dominant ...

Was mich doch begeistert an dem Film ist die Tatsache, dass niemand das Ende voraussehen kann - bei Sixth Sense gabs ja immer einige, für die war sonnenklar, was mit Bruce nicht stimmt (ich gehörte nicht dazu )... aber bei The Game gibts eben diese Schlusswendung, die sich von jeglicher gängiger Filmkonvention verabschiedet ... das gilt natürlich nicht für den gesamten Film, aber für das Ende schon!

SPOILER

Fincher schafft es ganz gezielt die Grenzen zwischen der diegetischen Realität und dem diegetischen Spiel - dem Game - zu verwischen ... was Spiel, was Realität vermag keiner mehr zu sagen. Eine scheinbare Auflösung scheint den Film im Thriller-Einerlei versinken zu lassen ... bis sich herausstellt, dass die auch das Teil des Spiels war, und dann das Ende; die zweite Auflösung der ersten Auflösung war auch nur Teil des Spiels ... dem Rezipienten, der nie mehr wusste als der von Michael Douglas gespielte Van Orten, fällt es wie auch dem Protagonsiten wie Schuppen von den Haaren: Alle Ereignisse des Films waren Teil von "The Game", alles geplant, nichts geschah zufällig ... das hätte man einfach nicht erwartet! Brilliantes Verwirrspiel...

Trotz aller Unzulänglichkeiten des Filmes was Logik und Realität betrifft (eben insklusive geplanten Selbstmord und genauer Berechnung des Landepunktes nach gewagten Dachsturz) hat er mich begeistert - ging es doch nicht zuletzt um die Veränderungen des Van Orten, die er während der Ereignisse durchmacht ... und beim befreienden Sturz zieht - wie so immer - das Leben noch einmal an einem vorbei, er entdeckt wieder die schönen Zeiten seiner Kindheit, nicht mehr überschattet vom Selbstmord seines Vaters (schließt mit dieser Vergangenheit ab) und weiss wieder, was es heißt, ein Mensch zu sein - denn die ersten Einstellungen des Films eines alleinlebenden Menschens, der neben seiner Sekretärin und Hausbuttlerin nur noch einen Job hat, zeigen, dass er genau das verlernt hat ... Mensch-zu-sein. Er führt ein steriles, langweiliges und emotional kaltes Leben - das Spiel als Rückkehr zu den Emotionen (Angst, Wut, Rache), als Erlösung von seiner dunklen Vergangenheit, und zum Ende als Neubeginn und Anfang erster allgemeinmenschlicher Regungen wie Zuneigung!

Natürlich bleibt das ein dekadenter Spass, denn bei aller Liebe zur emotionalen Seite, es war wohl ein teures Spiel (hätte gern den Preis gewusst) und somit könnte man es auch als Aushängeschild eines materiellen Lifestyles betrachten - und somit etwas, was sich wohl wirklich nur reiche Säcke leisten können ... die tröstliche Seite dieser Einsicht: vielleicht brauchen auch nur reiche Säcke solch ein aufwendiges, an die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit reichendes Spiel, um mal wieder auf den Boden zu kommen...

Ach ja, Michael Douglas spielt wie eh und je leicht übertrieben und arrogant, hält sich aber in ertragbaren Grenzen ... aber wie meine Mutter eben zu sagen pflegt: "Er ist und bleibt ein Brechmittel"

(in: filmBlog) Kommentare (17) / Comment?


bekay de » start
Seite 
<1. 3233

Seite 
<1. 3233


start im Überblick
 November 2017 (0)
 Oktober 2017 (0)
 September 2017 (0)

Neuste Kommentare
· Sales coaching Sydney zu Zwei Anmerkungen...
· buy ritalin online zu Zwei Anmerkungen...
· buy adderall pills zu Zwei Anmerkungen...

Neustes Bild
Ich - noch ganz neu.


rssFeed
filmText Archiv
kommentar Archiv


zuLetzt gesehen
Kommentare (106) / Comment?




links Film
· angelaufen.de
· Bright Lights Film Journal
· Directors Notes
· F.LM
· filmforen.de
· filmportal.de
· GreenCine Daily
· Hollywood Elsewhere
· Internet Movie Database
· Jim Emerson's Sanners
· Metacritic Film
· Observations on film art
and Film Art

· Online-Filmdatenbank
· rogerebert.com
· Rotten Tomatoes
· Shaw Brothers


blogRoll
· Affenheimtheater
· another state of mind
· aufsmaulsuppe
· cine:plom
· Der Spiegelfechter
· Dirty Laundry
· Eskalierende Träume
· filmtagebuch
· Fixpunkte
· From Beyond - Filmblog
· Japankino
· NachDenkSeiten
· philosophus
· Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!
· Schneeland
· SimulationsRaum