start | filmBlog | flimmerWelt | galerie | fundGrube | studierStube | forum
leseEcke | stehBild | tagenThemen | ganzPrivat | intern | impressum
bekay de » tagesThemen  
 

Donnerstag, der 03.03.2011, 19:01
Zwei Anmerkungen zu dem, welches sich in der Guttenberg-Affäre zeigt

Eigentlich will man zu dem ganzen Gequassel betreffs der Plagiatsaffäre nichts mehr hinzufügen. Aber mir liegt doch etwas auf der Seele. Eigentlich drückt es sie. Und dies genau an zwei Stellen.

Zuerst frage ich mich, wieso es noch so viele Befürworter Guttenbergs geben kann - bzw. stelle ich fest, dass hier ein beängstigender Riss durch die Gesellschaft geht. Gut, wenn es nach mir ginge, war der Freiherr von ihro Gnaden ob nun mit oder ohne erschlichenen Doktortitel immer unerträglich. Die gleichen Merkmale, die ihn offenbar so beliebt machen, machen ihn für mich unerträglich: Schmieriges Äußeres und leere Phrasendrescherei, welche außer Redeformeln und politischer Satz-Baukasten-Rhetorik nichts Handfestes erkennen lässt. Also ist er wohl eine Kombination aus unserer sattsam bekannten politischen Kultur und dem Repräsentationsgestus eines B-Promis... Ich komme vom Thema ab - eigentlich geht es mir um den "Mythos des Fehlers", der vom Aristrokrat zu Pomade, seiner Union und seinen Fans nun verbreitet wird. Der Fehler sei jetzt eingestanden und damit hätte der Adelsgeschlechtliche seine Reue gezeigt und seine Schuldigkeit getan (und könne dann bald - nach seinem Comeback - Bundeskanzler o. Ä. werden). Um den Sachverhalt selbst kann es mir gar nicht gehen. Die Vernunft selbst gebietet, die prächtige Anzahl der kopierten Textstellen nicht als Fehler zu deklassieren. Ein Fehler unterläuft einem durch fahrlässiges Handeln. Falls das Flickwerk namens "Verfassung und Verfassungsvertrag - Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU" tatsächlich durch Fehler entstanden sein soll, dann müsste der Herr Dr. zu Frankenstein bereits jetzt so angegriffen in der Birne sein wie seine Haare in 20 Jahren, gesetzt dem Fall, er wird sie weiter verge(l)waltigen. Nein, da ich davon ausgehe, dass seine Fähigkeit zur Informationsverarbeitung und zum Denken nicht beeinträchtigt ist, ist hier von Vorsatz auszugehen. Die einzig ehrliche Entschuldigung wäre demnach diejenige für die Entscheidung zum vorsätzlichen Fälschen einer Doktorarbeit - bisher also nur Heuchelei von seiner Seite. Aber ich komme schon wieder ab, denn auch dies bedarf m. E. keiner Diskussion. Vielmehr ist es mir daran gelegen, die Frage zu stellen, warum dies einige nicht einsehen können oder wollen und weiter dem "Mythos des Fehlers" anhängen. Aus parteipolitischer und blaublütiger Bande? Bestimmt auch - das ist natürlich armselig und zeigt, in welchen Niederungen unsere politische Kultur wildert. Doch ein anderer Riss scheint sich mir zu eröffnen und zwar derjenige zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern. Jeder, der schon einmal eine Seminararbeit (geschweige denn eine Diplom-, Master-, Magister- oder Doktorarbeit) geschrieben hat, kann den Vorsatz sofort nachvollziehen. Dies heißt im Übrigen nicht, dass Nicht-Akademiker, die das Vorgehen von KTMGAEJFv&zG bagatellisieren, zu blöd seien und endlich mal mit einem Studium beginnen sollten. Das heißt nur, dass sie dem Urteil der (korrekt) Studierten trauen sollten. Und genau das will sich mir als das eigentliche Problem aufzeigen. Die Gründe, warum viele Menschen dazu nicht bereit sind, können ein ausgeprägter Anti-Intellektualismus, Desinteresse, Neid, Hass - was auch immer! - sein. Darüber sollten wir einmal reden und das nicht im überzeugten Brustton des beleidigten Akademikers oder beleidigten Nicht-Akademikers.

Die andere Sache, die ebenfalls meine Seele bedrückt, betrifft ein mediales Generationsproblem. Die Frage, warum die Uni Bayreuth die Promotion des Bayern-Barons mit einem summa cum laude bewertet hat, stellt sich ja nun auch laut und deutlich. Von finanziellen und parteilichen Seilschaften und Verschwörungen ist die Rede. Ich glaube, der Grund ist ein ganz anderer, nicht minder bedenklicher. Dass der Doktorvater Peter Häberle kaufbar ist, kann ich mir nicht vorstellen. Der ist eine Koryphäe in der Rechtswissenschaft. Eher ist von einer Schlucht im Verständnis der modernen Medien auszugehen. Bei älteren Generationen sind die Möglichkeiten des Digitalen schlicht und ergreifend kaum angekommen. Im Schlechten - einfaches Zusammenkopieren einer wissenschaftlichen Arbeit - wie im Guten - relative einfache Überprüfung auf Plagiate durch Software und Google-Stichproben. Es fehlt schockierenderweise die heutzutage erforderliche Medienkompetenz vieler Universitätslehrer. Darüber sollten wir ebenfalls sprechen.

(in: tagesThemen) Kommentare (62) / Comment?


Samstag, der 06.11.2010, 11:13


Unfassbar!

(in: tagesThemen, flimmerWelt, studierStube) Kommentare (52) / Comment?


Donnerstag, der 26.08.2010, 20:31




(in: tagesThemen) Kommentare (18) / Comment?


Montag, der 09.08.2010, 13:28


Falls dies hier die Realität von Arbeitsvermittlung ist: Viertes Reich, wir kommen!

(in: tagesThemen) Kommentare (63) / Comment?


Montag, der 19.04.2010, 17:59
Krieg, Gewalt usf.

Kriegswerbung:


Krieg:


Manfred Spitzer scheint aber die Lösung für die klaffende Lücke zwischen diesen beiden Videos gefunden zu haben: Den Tabasco-Test. Denn: "Man lässt Leute ein gewalttätiges Computerspiel spielen oder eben was anderes und hinterher guckt man, wie gewalttätig sind die. Und auch das kann man experimentell messen. Man lässt sie zum Beispiel einen Drink mixen aus Tabasco und Wasser. Und wenn die vorher ein Gewaltspiel gespielt haben, dann tun sie mehr Tabasco rein." (Ja, so etwas sagt ein "renommierter" Hirnfroscher!) Ich denke, jede Armee sollte unabhängig von der Killerspieldebatte den Tabasco-Test einsetzen, denn er scheint ja ein ausgezeichnetes Mittel zu sein, um Gewaltbereitschaft und Hang zu sinnlos-aggressiven Verhalten zu messen. Zuviel Tabasco: Kein Zugang zum Militär.

Übrigens, wer niveauvolles, dialektisches und nicht so geheucheltes Army-Marketing sehen will, der sollte sich mal die schwedischen Militär-Werbespots anschauen:




(in: tagesThemen) Kommentare (18) / Comment?


Samstag, der 09.01.2010, 10:17






(Ich schau' zu wenig Fernsehen, um solche tollen Sachen zu entdecken... Danke an Stefan für den Tip!)

(in: fundGrube, flimmerWelt, tagesThemen) Kommentare (26) / Comment?


Samstag, der 09.01.2010, 01:43


Wer aufmerksam die Medien beobachtet, dem wird auffallen, dass der Sommer-Faschismus einmal mehr sehr aggressiv um sich greift. Wir leben in vielen autoritären Systemen, aber das des Sommers ist für mich fast das unerträglichste. Wenn im Sommer mal wieder die Temperaturen in unmenschliche Bereiche vordringen und man von der Hitze wie paralysiert ist, dann ist das der Himmel auf Erden in medialer Darstellung. Sobald ein paar Zentimeter Schnee liegen und der Wind darüber bläst, wird eine komische Weltuntergangsstimmung verbreitet, die der Schönheit des Winters nicht angemessen ist...

(in: tagesThemen, ganzPrivat) Kommentare (7) / Comment?


Freitag, der 27.11.2009, 19:26


Nach Internetsperren nun Arbeitssperren. Herzlichen Glückwunsch, Frau von der Leyen!

(in: tagesThemen) Kommentare (1) / Comment?


Donnerstag, der 15.10.2009, 16:50


    "Erst die Agenda-2010-Politik der rot-grünen Regierung, die 1998 an die Macht kam, und speziell die Durchsetzung der sogenannten Hartz-Gesetze in den Jahren 2003-2005 führten zu einem regelrechten Systembruch im Bereich der Arbeitslosenversicherung und in der Arbeitslosen- und Sozialpolitik insgesamt. [...]
    Die Arbeitslosenhilfe wurde vollständig abgeschafft und mit der Sozialhilfe zum sogenannten Arbeitslosengeld II zusammengelegt. Und vor allem ist nun jede Arbeit zumutbar – auch den Qualifikationen des Arbeitnehmers in keiner Weise entsprechende, auch untertariflich bezahlte Arbeit und selbst Arbeit zu monatlichen Nettolöhnen, die unterhalb des Sozialhilfesatzes liegen. Werden dieserart definierte ‚zumutbare’ Arbeitsangebote – wozu auch die sogenannten Ein-Euro-Jobs gehören – abgelehnt, kommt es zu Leistungskürzungen und im Wiederholungsfalle sogar zum vollständigen Leistungsentzug. Nicht wenige Kritiker dieser Regelung sprechen von der Wiedereinführung der Zwangsarbeit, weil die Androhung des Entzugs sämtlicher Mittel zum Lebensunterhalt einem massiven Zwang zur Aufnahme von auch ausbeuterisch bezahlter Arbeit gleichkommt.
    Die Vergabe und die zeitliche Gewährung des ALG-II werden von den Ämtern oft derart restriktiv gehandhabt, dass sich hierfür in den Sozialwissenschaften und selbst in einigen Arbeitsverwaltungen der Begriff der ‚Verfolgungsbetreuung’ durchgesetzt hat. [...] Der Druck auf die Arbeitslosen macht auch vor den Kolleginnen und Kollegen in den Ämtern nicht halt. Es werden Hitlisten eingerichtet, mit dem Ziel, zu schauen, wer in welcher Zeit wie viele Sperrzeiten verhängt hat. [...]
    In einem Staat, dessen Reichtum und Sozialprodukt so groß sind wie nie zuvor in der Geschichte, sind also Methoden paternalistischer Sozialpolitik und der repressiven Verwaltung von Armut und Arbeitslosigkeit zurückgekehrt, wie man sie bislang nur aus der Periode des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit oder in politischen Diktaturen der Moderne kannte."

(In: Egbert Scheunemann: Vom Armen- und Arbeitshaus zu Hartz-IV. Eine kurze Geschichte der staatlichen Armen- und Arbeitslosenverwaltung zwischen Repression und Almosentransfer)

Wer gern öfter auf solche Texte zur sozialen Lage unsere Nation hingewiesen werden möchte, der sollte regelmäßig bei NachDenkSeiten.de vorbeischauen.

Link(s) NachDenkSeiten.de - Die kritische Website
(in: tagesThemen, leseEcke, studierStube) Kommentare (1) / Comment?


Donnerstag, der 17.09.2009, 16:37
"Im Internet werden Kinder vergewaltigt."


(via Stefan Höltgen/Facebook)

... Ist euch schon einmal während des Surfens durch den Bildschirm eine Faust oder ein erigierter Penis geflogen, der sich dann an eurem Körper zu schaffen gemacht hat? Eben, mir auch nicht. Im Internet werden keine Kinder vergewaltigt. Zensursels Argumentation und Kampfrethorik basiert aber auf dieser falschen Prämisse. Wieso nicht einmal die Wahrheit aussprechen: Im Internet werden nur Daten getauscht, aber keine echten Straftaten. Nur deren Abbildungen, die reines Echo einer grausamen Tat sind, die schon in der realen Welt begangen wurde. Wenn dies einmal so gesagt werden würde, stände das für die Vernunft der Diskutanten...

(in: tagesThemen, flimmerWelt) Kommentare (15) / Comment?


bekay de » tagesThemen
Seite 
123>

Seite 
123>


tagesThemen im Überblick
 November 2017 (0)
 Oktober 2017 (0)
 September 2017 (0)

Neuste Kommentare
· Sales coaching Sydney zu Zwei Anmerkungen...
· buy ritalin online zu Zwei Anmerkungen...
· buy adderall pills zu Zwei Anmerkungen...


rssFeed
filmText Archiv
kommentar Archiv


zuLetzt gesehen
Kommentare (106) / Comment?




links Film
· angelaufen.de
· Bright Lights Film Journal
· Directors Notes
· F.LM
· filmforen.de
· filmportal.de
· GreenCine Daily
· Hollywood Elsewhere
· Internet Movie Database
· Jim Emerson's Sanners
· Metacritic Film
· Observations on film art
and Film Art

· Online-Filmdatenbank
· rogerebert.com
· Rotten Tomatoes
· Shaw Brothers


blogRoll
· Affenheimtheater
· another state of mind
· aufsmaulsuppe
· cine:plom
· Der Spiegelfechter
· Dirty Laundry
· Eskalierende Träume
· filmtagebuch
· Fixpunkte
· From Beyond - Filmblog
· Japankino
· NachDenkSeiten
· philosophus
· Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!
· Schneeland
· SimulationsRaum