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Donnerstag, der 11.03.2010, 01:20
Das Gekichere aus dem Jenseits

Ich war mal wieder im Kino. Also in diesem dunklen Raum, in dem Menschen im Schutze der Dunkelheit meinen, ihre Mitmenschen belästigen zu können. Am Film konnte es nicht gelegen haben: Es war Peters Jacksons "Neuer". THE LOVELY BONES. Oder zu deutsch - da sich der morbide Titel wohl als unübersetzbar erwies - IN MEINEM HIMMEL. Auch wenn dieser gewisse Längen aufwies (jedoch keineswegs langweilig war), zeigte Herr Jackson geradezu beängstigenden inszenatorischen Perfektionismus, der keinen Grund bot, ihn anzukichern. Aber diese zwei Damen eine Reihe hinter mir kicherten und quatschten dummes Zeug vor sich hin. Dass sie während der Produktionslogos erst richtig loslegten, deutete bereits an, dass sie die ungeschriebenen Regeln des Kino offen missachteten. Als Jackson anfing, die Bedrohlichkeit des Serienkillers zwischen den Bildern zu inszenieren (die vorzüglichsten Szenen des Films, zwar klar überinszeniert, aber ausnehmend bedrohlich nichtsdestotrotz), kicherten sie und meinten gleichzeitig, dass dies ja "voll Psycho" sei. Da bestand schon eine gewisse Diskrepanz zwischen Reaktion und dem "Psycho"-Inhalt... oder war es ihre Bewältigungsstrategie für die spannenden Szenen? Dies vermag ich nicht zu beantworten. Jedenfalls ging das Geschnattere den ganzen Film über, mal leiser, mal lauter. Ich sagte nichts. Ich schwieg, das Gekichere aus dem Jenseits mal ausblendend, mal bewusst nachvollziehend - obwohl; im Ausblenden-Part bin ich nicht gut. Natürlich legte ich mir Aufforderungen zur Ruhe zurecht, mal bittend, mal aggressiv oder auch frech im Geiste vortragend. Mir war bewusst, dass es jedoch keinen Sinn machen würde, diese in den echten Kinosaal zu werfen. Stellenweise befanden sich die Damen in der Zone des "Point of no Return". Den kennen wir wahrscheinlich alle: Die Unangebrachtheit unseres Verhaltens in einer gewissen Situation feuert dieses unangebrachte Verhalten nur noch mehr an. Lach-Flash etc. Würde ich den Beiden von der Reihe hinter mir also klar machen, dass sie sich der Kinosituation unentsprechend verhalten, könnte dies Öl ins Feuer sein. Nun ja, wenn man seinen Wunsch mit einem gewissen gewaltätigen Potential vorträgt, kann dies Früchte tragen. Nun sollte man wissen, dass ich keine Angst einflöße. Weder will ich das, noch bin ich dazu geeignet. Doch meine ratioanlen Erwägungen, die ich hier rekonstruiere, hatten ihre Grenzen. Sie waren bei der letzten Suspense-Szene erreicht, in der die Spannung parallel mit dem Gekicher ins kaum Erträgliche stieg. Meine Herz raste jetzt, ich drehte mich um und fragte neugierig (etwas, dass ich vorher nicht im Kopf durchspielte): "Wollt ihr gehen?" Verduzte Gesichter. Ich darauf: "Gut, dann könnt ihr ja leise sein." Das wäre bestimmt viel eleganter gegangen. Aber ich mache das zu selten. Jedenfalls zeitigte es Wirkung. Nach einigem Geflüster im asozialen Wat-will-der-denn-Duktus wurde es endlich ruhig. Denn auch wenn ich Jacksons Strauß Buntes letztlich für etwas naiv, reichlich kitschig und wahllos zusammengewürfelt hielt, so verdiente er es trotzdem, in aller Ruhe geschaut zu werden...

Link(s) IMDb-Link
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Samstag, der 09.01.2010, 01:43


Wer aufmerksam die Medien beobachtet, dem wird auffallen, dass der Sommer-Faschismus einmal mehr sehr aggressiv um sich greift. Wir leben in vielen autoritären Systemen, aber das des Sommers ist für mich fast das unerträglichste. Wenn im Sommer mal wieder die Temperaturen in unmenschliche Bereiche vordringen und man von der Hitze wie paralysiert ist, dann ist das der Himmel auf Erden in medialer Darstellung. Sobald ein paar Zentimeter Schnee liegen und der Wind darüber bläst, wird eine komische Weltuntergangsstimmung verbreitet, die der Schönheit des Winters nicht angemessen ist...

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Donnerstag, der 18.06.2009, 13:14


Eine kleine Erklärung, warum es gerade wieder etwas still im Blog geworden ist: Ich habe die alleinige Federführung eines anderen Webprojektes übernommen, welches ich in den letzten Tagen ein klein wenig umgestaltet habe: Die Filmforen. Nun haben sich die Wogen geglättet: Foren sind neu strukturiert, Mod-Posten verteilt - die Stimmung ist positiv. Vielleicht schreibe ich bald mal wieder etwas zu 'nem Film!

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Donnerstag, der 14.05.2009, 19:46
Stöcklein, Stöcklein...

... an der Wand, sag mir, welcher Blogger wie denkt in diesem Land.

Wiederholung für mich: Ein Stöckchen ist so eine Art Kettenbrief, bloß ohne Brief, zwar nicht ganz so aufdringlich, aber irgendwie trotzdem total Aber ich will das auch mal machen, weil "Blogger lernen sich dabei besser kennen", hör ich es rufen. Das ist so eine sozial-emotionale Sache ( ) ... Man muss eingeladen werden, Herr Vega tat dies m.E.

1. Welches Parfum benutzt du zur Zeit?

Mh ... keine Ahnung. Am Wichtigsten finde ich eigentlich, dass man nicht stinkt.

2. Song des Tages

Ich höre zu wenig Songs, um pro Tag einen zu haben. Heute hab ich zufällig was schönes gehört: Hercules and Love Affair mit "Hercules' Theme"

3. Was ist dein Lieblingsfilm?

Doofe Frage! Wieso sollte man einen Lieblingsfilm haben? Aber wenn es bei der Frage um Leben und Tod ginge: Viaggio in Italia.

4. Was ist dein Highlight des Tages?

Ernst genommen zu werden.

5. Was willst du unbedingt lernen?

Leben. Dann japanisch.

6. Was hast du zuletzt gekauft?

Ein Buch über evolutionäre Erkenntnistheorie.

7. Was ist dein Lieblingswetter?

Ein mildes. Grundsätzlich: Hitze ist Hitler.

8. Was ist momentan dein wichtigstes Ziel?

Zu Potte zu kommen. Ach ja, und abnehmen.

9. Was denkst du über die Person, die dich getaggt hat?

Das ist eine lange Geschichte. Ich denke jedenfalls nicht wenig über diese Person und es gab Zeiten, da hat sie mich zur Weißglut gebracht. Jetzt herrscht angenehmer Frieden.

10. Wenn du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo in der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest du es hinhaben wollen?

Geht diese Frage davon aus, dass man ein komplett eingerichtetes Haus, dass man überhaupt ein Haus haben wollen muss?

11. Was würdest du, wenn du könntest, an dir ändern?

Ist nicht die interessantere philosophische und psychologische Frage: Kann man sich überhaupt ändern?

12. Wenn du für die nächsten Stunden irgendwo auf der Welt sein könntest, wo wärst du gerne?

Tokyo.

13. Mit welchem Kompliment kann man dir eine richtige Freude machen?

Eine gute Mischung aus "Ist das ein Bierbauch?" und "Hast du abgenommen?" ... Grundsätzlich finde ich es ziemlich unangebracht, sich über ein Kompliment nicht "richtig" zu freuen.

14. Wen würdest du gerne mal treffen?

Bugs Bunny. (Der ist sooooo cool!)

15. Was ist dein Lieblingsstück in deinem Kleiderschrank?

Für mich haben die Innereien eines Kleiderschrankes wenig Relevanz.

16. Was ist dein Traumjob?

Geistig arbeiten und damit Geld verdienen. Ja, ich weiß, das ist ein echter Traum...Job.

17. Welche sind deine Lieblingsbands?

Oh, Gnade - gleich kommt die Lieblingsfarbe!
Ich beschäftige mich ehrlich zu wenig mit Musik, um sowas beantworten zu können. Was ich von dem mir kaum Bekannten mehr mag als anderes: Muse, Sigur Ròs, Jean Michel Jarre, Aphex Twin, Michael Jackson - ach, das ist total sinnlos, ich könnte ständig so weiter machen. Ich habe keine Liebnlings"band". (Ich höre eh lieber Filmmusik.)

18. 3 Dinge, die dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern

Ein guter Film. Ein kaltes Bier. Menschen, die miteinander reden.

19. Was ist deine Lieblingsgroßstadt?

Erfurt.

20. Was ist zur Zeit dein Lieblingslied?

Keines.

21. Was ist deine Lieblingsserie?

The Wire. Überserie.

22. Was hast du gerade an?

Verschwitzte Sportsachen. Ach nee, sind schon wieder trocken. Boah, das zieht sich hin, dieses Stöckchen!

23. Was ist dein Lieblingsbuch?

... äh ...

24. Mein Mittagessen?

Vollkorn-Nudeln mit einer selbstgemachten Tomaten-Thunfisch-Soße.

25. Wann hast du heute Feierabend?

Nach diesem Stöckchen.

26. Katholik oder Protestant?

Diese Frage ist aber wirklich außergewöhnlich vorausschauend!

27. Was war deine allererste (eigene) CD?

Das könnte ich bei meiner geringen Anzahl von CDs aber wirklich mal in Erfahrung bringen... (Meine erste DVD, die weiß ich aber noch ganz genau!)

28. Welchen Film hast Du als letztes gesehen?

Wonders of Lens Flare, Teil 11. Also: Star Trek.

29. Welches Konzert war das bisher beste, das du erlebt hast?

Die wenigen, auf denen ich war, haben mir alle gut gefallen.

30. Was tätest du, wenn du nicht gerade dieses mittlerweile schon ziemlich lange Stöckchen beantworten würdest?

Duschen.

31. Was ist dein Lieblingsgetränk?

Jever.


... Dieses Stöckchen werde ich selbstverständlich keinem auferlegen, ich bin doch kein Überwachungsstaat. Dieser komische Seelenstrip stoppt hier!

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Mittwoch, der 25.03.2009, 18:03
Wenn Fans zu Rassenkundlern werden...

Derzeit darf man einer recht faszinierenden und mir unbegreiflichen Bewegung zuschauen, einer Protest-Bewegung von Fans, die die Casting-Entscheidungen der Realverfilmung der Zeichentrick-Serie Avatar - The last Airbender als rassistisch empfindet. Um das so kurz als möglich zu umschreiben, worum es bei den Protesten geht: es gibt in der Welt von Avatar 4 Völker oder sagen wir: Kulturkreise, die je von verschiedenen Merkmalen wirklicher Ethnien unserer Erde beeinflusst sind. Der Water Tribe beispielsweise erinnert sowohl von der Lebensweise als auch von körperlichen Merkmalen an arktische Völker. Die Fire Nation ist stark vom japanischen Kulturkreis inspiriert. Nun wurden die Hauptrollen der Serie größtenteils mit "Weißen" besetzt, was starken Unmut der Fans nach sich zog. Dieses Video fasst das Fan-Argument übersichtlich zusammen, um das sich mittlerweile auch Webseiten gruppieren. Der eigentliche Rassismus, so drängt sich mir mittlerweile auf, ist wohl bei diesen Fans zu finden - es ist einer der ganz infantilen Art. Infantil, weil sie nicht einmal bemerken, wie sie phänotypische Merkmale zu Wesenheit hochstilisieren. Meine kurze Gegenargumentation:

(1) Die fiktive Welt von Avatar ist nicht zu verwechseln mit der realen Welt. (Das scheint wohl das Hauptproblem vieler Fans.) Selbst wenn die fiktiven Elemente Parallelen zu wirklichen Elemente aufweisen, so sind sie doch nicht diese wirklichen Elemente. Ein fiktionales Erzählwerk, wie Avatar es ist, hat keine direkte Beziehung zur außerfilmischen Wirklichkeit. Ein "Water Tribe" und eine "Fire Nation" sind originäre Kategorien des Erzählwerkes, sie sind nicht - bei aller Inspiration, die sie durch die reale Welt erfahren haben - ein "Inuit-Stamm" oder "Japan". Das angeblich diskriminierende Moment der Casting-Entscheidungen gibt es gar nicht: Da die Figuren in der dargestellten Welt zu einer Ethnie sui generis gehören, ist es einerlei, ob sie nun von einem Japaner, Mongolen, Afroamerikaner oder "Kaukasier" gespielt werden. Wenn Avatar vielleicht eine pädagogische oder dokumentarische Komponente hätte, die uns über andere, reale Lebensweisen aufklären will, könnte man das vielleicht zum Thema machen...

(2) Bei allem Verständnis, die ich für Forderungen nach visuellen Ähnlichkeiten zwischen Realverfilmung einer Zeichentrickvorlage mitbringe, ist die Kaprizierung auf "äußerliche Rassenmerkmale", die einige Fans hier betreiben, nicht nur peinlich, sondern äußerst bedenklich. Wenn sich das Mädel im oben verlinkten Video anfängt, im Gesicht zu betatschen, um Unterschiede in Hautfarbe, Nasenform usf. zu unterstreichen, so fühle ich mich jedenfalls eher in ein Rassenkunde-Seminar im Dritten Reich versetzt. Das Problem ist dabei ja nicht der körperliche Unterschied an sich - der ist sowohl in der Serie selbst zwischen den Völkern, als auch zwischen dem Erscheinungsbild der Zeichentrickfigur und ihrem entsprechendem Schauspieler-Pendant vorhanden, ohne Frage. Das Problem ist die Betonung, dass dieser Unterschied von größter Bedeutung für die Darstellung einer Figur wäre. Vorlagentreue ist doch eher anderswo zu suchen: Bei den Figuren in Verhaltens- und Kleidungsmustern, Mimik und Gestik, Kampfstilen, bei den Völkern besonders in der Architektur und diversen anderen kulturellen und gesellschaftlichen Aspekten. Hier spielt sich doch das Gros des Gerechtwerdens ab, sowohl der spezifischen Besonderheit und Originalität der Serie als auch ihrer kulturellen Anspielungen auf die wirkliche Welt.

Was die Hauptfiguren angeht, dass sage ich sowohl als Fan - ja, genau - der Zeichentrickserie als auch des Regisseurs, dem die Realverfilmung anvertraut wurde: Ich will ihre Eigenart und ihr Gemüt umgesetzt wissen, nicht ihre Hautfarben, Augenabstände, Nasenformen, Hinterkopfwölbungen oder irgendwelches anderes Zeug aus der Mottenkiste der Rassentheorie...

Link(s) Cinefacts-Diskussion
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Sonntag, der 15.03.2009, 16:07
Das Filmtext-Register

Ich habe ja schon einmal über das Filmtagebuch-Register der Filmforen berichtet, einer Art Filmdatenbank, die zur Katalogisierung der Filmtagebucheinträge dient, die auf Filmforen.de lagern. Daraus ist jetzt das Filmtext-Register geworden: Wer Mitglied auf Filmforen.de ist, kann nun all seine Texte, der er übers Internet verteilt hat, in diese praktische Datenbank eintragen und somit sein ganz persönliches Text-Katalog schaffen. Und die anderen sind natürlich noch immer dazu eingeladen, es zu benutzen, um ihren eigenen Filmhorizont mit denen anderer Menschen abzugleichen oder - besser - kollidieren zu lassen. Dafür wird man bei über 30.000 Texten zu fast 10.000 Filmen gewiss die Gelegenheit haben...

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Samstag, der 21.02.2009, 17:12
Tintenfizz.de oder: Ein Dummer warnt

Vorweg Nr. 1: Bitte nichts bei Tintenfizz.de bestellen! Dies ist ein unzuverlässiger Laden, wenn nicht gar mit verbrecherischen Tendenzen.
Vorweg Nr. 2: Dieser Erlebnisbericht handelt von einem grenzenlos Dummen, also mir. Ich entschuldige mich also gleich für meine Naivität, die mir im Sparwahn mein rationales Vermögen vernebelte.

Nun, die Patronen der geliebten Druckmaschine waren wieder einmal alle. Da ich grundsätzlich nichts von Nachfüllen oder Ersatzpatronen anderer Firmen halte (Grund: äußerst schlechte Erfahrungen damit gesammelt), bin ich immer auf der Suche nach dem günstigsten Anbieter für Originalpatronen. Tintenfizz.de bot sich über die Preisvergleichsseite PreisRoboter.de an - hier gab es das High-Capacity-Pack der Originale preiswert und obendrein moderate Versandkosten. Die Seite ist zwar weder vertrauenswürdig noch einladend, aber ich hab schon auf schäbigeren Internet-Hütten Bestellungen abgefeuert. Die Google-Suche nach "Tintenfizz.de" ergab zwar überraschend wenig Ergebnisse, aber auch keine Warnungen vor dem Shop. Hätte ich mir die Mühe gemacht und nach der hinter der Seite stehenden Firma Printer Express gesucht, hätte ich auch auf diese Google-Seite stoßen und wissen können, dass die Spezialität dieses Shops die Nichtauslieferung bei gleichzeitiger Einbehaltung des Geldes ist. (Die Seite Ink-vertrieb.de gehört ebenfalls zu diesem zwielichtigen Verein.) Aber ich wollte die Zeichen nicht sehen, bestellte am 04.02. und überwies auch gleich den fälligen Betrag online. Am nächsten Morgen kam schon eine zweite Mail nach der Bestellbestätigung, die mir mitteilte, dass meine Bestellung "in Bearbeitung" sei. Bearbeitet wurde diese scheinbar ziemlich lange und am 13.02. fragte ich per Mail einmal nach, wann die Bearbeitung denn endlich ein Ende finden würde. Am 16.02. wurde mir trocken mitgeteilt, dass "die Ware morgen rausgehe". Und als dann am 20. immer noch kein Postmann klingelte, wurde ich etwas entschiedener im Ton. Durch die Kritik bei Google wusste ich ja nun schon, dass ich es hier mit einem höchstwahrscheinlich betrügerischen Verein zu tun habe. Printer Express kann ja nur Geld "verdienen", wenn man wie ich auf ihre Seite reinfällt (solche Naivlinge wie mich gibt es immer). Mein einziges Druckmittel war also die Androhung der Publikmachung ihres semi-kriminellen Charakters, was ich dann auch in der Mail tat. Meine Punkte im einzelnen:

"1. Ich werde Tintenfizz.de/Printer Express beim Verbraucherschutz melden.
2. Bei Google wird sich Printer Express über eine weitere vernichtende Kritik freuen dürfen.
3. Ich werde dafür Sorge tragen, dass ihre Angebote bei diversen Preisvergleichsseiten nicht mehr auftauchen.
4. Ich werde Ihre verbrecherischen Tätigkeiten Ihrer Bank melden.
5. Ich werde auf meinem Blog vor Tintenfizz.de/Printer Express warnen."

Das zog anscheinend - ich hätte es selbst kaum geglaubt, weil ich mir das nur so aus den Fingern gesogen hatte: Jedenfalls kam keine Stunde später eine formelle Vorlagen-Mail mit der Information, meine Ware sei versendet worden. So ein Zufall aber auch. 16 Tagen hätten sie also gebraucht, meiner Bestellung nachzukommen - falls die Lieferung denn wirklich auf dem Weg zu mir war. Dessen war ich mir noch nicht sicher. Doch heute lieferte DHL tatsächlich ein kleines, unscheinbares Paket. Natürlich mit dem falschen Produkt, also nicht dem bestellten High-Capacity-Multipack, sondern nur den Patronen mit halber Kapazität - die also 20€ billiger sind. Jener Betrag also, um den sich Printer Express unrechtmäßig bereichern will. Eine richtige Rechnung kann man von diesem Chaosladen wohl auch nicht erwarten. Weder per Mail noch im Paket - in dem war nur ein lustig-spartanischer Lieferschein einer Klotz Kommunikationstechnik in Sulzbach-Rosenberg. Humor hat dieses Syndikat ja, das will ich ihm lassen! Die Taktik des Hinhaltens, Verzögerns und Halbe-Leistung-Bringens ist ebenfalls mustergültig eingeübt - nur so entmutigt man seine "Kunden" erfolgreich...

Unter diesen Umständen ist jene Lieferung wohl das Beste, was ich herauszuholen im Stande war. Jedenfalls will ich anderen diese Internet-Odyssee ersparen und warne sie hiermit vor Tintenfizz.de!

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Donnerstag, der 29.01.2009, 15:37
Back to the ... Past!

Wer einen Blick in die Vergangenheit dieser Seite werfen will, die es schon seit 2002 gibt, der kann das hier tun. Ob er das hingegen sollte, kann ich kaum guten Gewissens bejahen. Mich trifft da einiges recht unverhofft und sehr gewalttätig, also einiges von dem Schmarrn, den ich so von mir gegeben habe...

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Mittwoch, der 28.01.2009, 16:03
"Dieser Film ist überbewertet."

Aussagen der Geschlossenheit - Teil I

Ich sehe mich genötigt, ab nun in unregelmäßigen Abständen von Sätzen zu sprechen, die man so oder ähnlich im Internet lesen und in Zwiegesprächen hören kann und deren Zweck Machtausübung und Konversationsabtötung ist. Vielleicht nicht einmal bewusst genutzt, sind sie Zeichen einer Diskussionskultur, die nicht auf Offenheit und den Versuch, sich gegenseitig zu verstehen, abzielt.

Wenn nun jemand meint, ein Film sei überbewertet, dann kommt darin nicht allein zum Ausdruck, dass seine Meinung signifikant vom von ihm wahrgenommenem Mittel der anderen Meinungen abweicht, sondern dass seine Meinung die Übermeinung ist - die Richtschnur und das Maßband. "Überbewertet" - ein schrecklich anmaßendes Wort, dass den Anderen ihre Erfahrung streitig machen will. In sich hat es weitere geheime Nachrichten decodiert, die ungefähr wie folgt lauten: "Ätschibätsch, ihr habt alle unrecht..." / "Ich bin der Größte und Richtigste!" (Bei Männern bedeutet es oft weiterhin: "Ich hab' den Größten!") / "Gespräch unerwünscht, ich weiß es schließlich eh besser."

Alternative Ausdrücke, die hingegen nicht so verheerend herrisch sind, könnten lauten: "Ich verstehe nicht, was alle so toll daran finde..." / "Die anderen Meinungen verwirren mich..." Ehrlich gemeint, sind diese Sätze Keime der Annäherung. Einerseites betonen sie die tiefen Gräben, die da zwischen den Menschen bestehen. Anderseits wird dadurch nicht behauptet, dass es sich auf der einen oder anderen Seite besser leben ließe. Es wird diskret die Möglichkeit geschaffen, sich zu erklären, und im gleichen Moment die Bereitschaft signalisiert, sich andere Erklärungen anzuhören. D.h. ja nicht, dass es dann auch zu diesem Austausch kommen muss. Geschweige denn, dass er einfach und von Erfolg - im Sinne von gegenseitigem Verständnis - gekrönt ist. Solange jemand nicht impliziert, dem anderen fehle der Stein der Weisen (in der Männer-Domäne zwei Steine, meist auch als "Eier" bekannt), steckt man bereits nicht mehr allzu tief im Sumpf des Dogmatismus und der Voreingenommenheit. Das "Andere" hingegen wirklich nachzuvollziehen, wird wohl bei aller Schwierigkeit überaus belohnend sein. Ich kann es nur vermuten, bin schließlich auch nur ein Mensch, der wie jeder Mensch den Makel hat, immer zu meinen, er habe Recht. Bedenkt jedoch: Die eigene Meinung ist stets überbewertet...

Selbsttest: Puh, Glück gehabt!

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Sonntag, der 20.01.2008, 03:59
Offen

Ich weiß gar nicht so genau, wie ich meine lange Ruhe brechen soll. Es soll auch nur eine ganz kurze Meldung sein: Criminal Minds ist eine der interessantesten und faszinierendsten Serien, die ich bisher gesehen habe. Von der deutschen Presse wohl vollkommen ignoriert, zerrt sie Folge für Folge Themen ans Licht, die sonst in Unterhaltungsformaten nicht einmal annäherend verhandelt werden: Paraphilien (von Pädo bis Nekro), die Gefahr einer weiteren "Satanic Panic" (es stellt sich in dieser Folge jedoch heraus, dass die Jugendlichen einer orthodox-christlichen Gemeinde so unterdrückt & kontrolliert werden, dass sie ihren einzigen Freiraum darin finden, Monate der Verwesung eines verunglückten Wanderers im Wald zuzuschauen) oder auch Guantanamo Bay. Bei letzterem schafft Criminal Minds mal eben das, wozu 24 immer eine ganze Staffel braucht. In der 10. Folge der zweiten Staffel, Lessons Learned, muss die Gefahr eines Milzbrand-Anschlages abgewendet werden. Die Informationen zum Anschlag hat ein Insasse, der in Guantanamo Bay sitzt (die Figuren merken geradezu brutal offen an: "paktisch existiert er nicht" / "für immer"). Agent Gideon, Profiler der BAU (Behavioral Analysis Unit) des FBI, muss dem Islamisten innerhalb von zwei Tagen das entlocken, was die CIA - auch das wird offen behandelt - mit ihren Gewaltmethoden zwei Jahre lang nicht geschafft hat. Natürlich gelingt das: Gideon, Humanist pur und destillierter Philanthrop, verfehlt mit seinem dialogischen Ansatz selten das Ziel (ein kleiner Beweis - die ersten zwei Minuten und dann wieder ab 3:10). Dabei fällt mal wieder soviel an "Links" und Informationshappen ab, von denen könnte man sich noch Tage ernähren. Wer weiß schon, dass die Landebahn von Guantanamo Bay auf der Grenze zum kubanischen Luftraum liegt - der "Guantanamo Bay Twist" ist die abrupte 90°-Kurve, die das Flugzeug absolvieren muss, um zu landen und nicht den kubanischen Luftraum zu verletzen. Solche Snippets werden auch gerne zu wirklichen Serienkillern gebracht, die kurz vorgestellt werden - unter Einblendung von Originalaufnahmen oder Fotos. Nicht zuletzt hier zeigt sich, dass die Autoren immer ein Stück weiter recheriert haben und nicht nur Thriller-Schemata abspulen.

Wer jetzt meint, in einer Folgen einen Terrorakt vereiteln, das sei unrealistisch & unglaubwürdig, dem will ich nicht widersprechen. Die starke Komprimierung der Plots auf Folgenlänge hat sicher grobe Vereinfachungen zur Folge. Gleichzeitig erhält Criminal Minds dadurch eine Atemlosigkeit sondersgleichen. Aber es sind noch andere Dinge, die sie auszeichnen: Einmal der zwar ganz einfache, aber geradezu wichtige Fakt, der die Serie durchweg grundiert, dass Profiling zuvorderst Psychologie ist Statisitk ist angewandte Wissenschaft ist. Konnte man sich diese Tätigkeit in TV-Fiktionen bisher nur als übersinnliche Fähigkeit erklären, wird man hier von einer Vielzahl von Prozenten, Klassifizierungen und eben den Snippets geradezu erschlagen. Dass ist aber eben nicht so trocken, wie sich das zuerst anhört. Nein, jede Folge eröffnet das weite Feld der Anthropologie und der Kultur. Keine Folge, aus der man nicht klüger zurückkehrt. Keine, die nicht mit einem gescheiten Zitat beginnt und endet. Keine, die nicht ein Netz spannt, an dessen ausgefransten offenen Enden ein Buch, eine Person, eine Website, ein Film - eben ein Drang zum Mehr-Wissen-Wollen über den Menschen wartet. Das haben wir besonders der Figur des Dr. Spencer Reid zu verdanken, ein 20.000 Wörter pro Minute lesendes Genie, den man irgendwo zwischen originellem Gelehrtem und ungeschicktem Sonderling lieben lernt. Die Figuren sind sowieso ein großer Pluspunkt der Serie. Zwar nicht alle liebenswert, sind sie alle scharf und exakt gezeichnet und entwickeln ein lebendiges individuelles Wesen. Doch über allem schwebt immer: die große Menschlichkeit. Gerade in den Criminal Minds muss sie gesucht werden - dort, wo wir sie am wenigsten erwarten. Gideon: "Well, the only truly effective weapon we have is our ability to do the one thing they can't. Empathize. They dehumanize their victims. We humanize the killers."

Offenheit ist demnach alles, was die Serie ist. Ob nun bei der Selektion der Themen, ihrer Behandlung (überfüllt und verkürzt eine Einladung zum Weiterforschen) oder ihrer kritischen Reflexion. (Selbstverständlich sollten nur diejenigen Zugang zu einer Sexualstraftäter-Datenbank haben, die von der Psychologie dieser Menschen etwas verstehen - dies ist eben nicht die amerikanische Bevölkerung.) Anstatt ihr Heil in übergreifenden Handlungszusammenhängen und romanhaften Erzählungen zu suchen, peppelt Criminal Minds das Villain-of-the-Week-Konzept auf und verleiht ihm Frischblut...

"Who is your worst enemy, Agent Gideon?"
"It's not a who, it's a what. Ignorance."



[Doch eine lange Meldung.]

Link(s) Criminal Minds - Staffel 1 auf DVD
(in: filmBlog, flimmerWelt, ganzPrivat) Kommentare (5) / Comment?


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