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Freitag, der 26.10.2007, 01:55
Plädoyer für "Reise in Italien"

Ach, was soll's! Da ich gerade eh nicht weiß, wie ich den Blog in nächster Zeit füllen soll, kann ich auch noch 'ne andere Hausarbeit online stellen. Diese beschäftigt sich mit Roberto Rossellinis Reise in Italien (Italien 1953). Die Filmwissenschaftlerin Laura Mulvey sieht in Viaggio in Italia (so der wunderschöne Originaltitel - ganz im Gegensatz zum deutschen Erstveröffentlichungstitel Liebe ist stärker) den ersten Film der Moderne. So ein heißes Eisen will ich nicht anfassen. Dass er aber modern ist und entschieden neuartige Wege einschlägt, das will ich mit meiner Arbeit aufzeigen. Erneut steht mir Edward Branigan theoretisch zur Seite, aber André Bazins Filmontologie spielt die wichtigere Rolle. Mit einigem bin ich nicht ganz zufrieden (z.B. der Hemdsärmlichkeit in Bezug auf den Begriff Existentialismus), aber das ist nicht mehr meine Sache: jeder, der etwas mit Rossellini und Bazin anfangen kann, sei eingeladen. Wer nicht, soll sich glücklich schätzen (Rechtschreibfehler inklusive - die etwas hektische Arbeit hat bis heute ihre Spuren im Text hinterlassen.)

Plädoyer für Reise in Italien
Die Dauerschleife als existentielle Erfahrung der Moderne


Link(s) imdb-Eintrag zu "Reise in Italien" Laura Mulvey André Bazin
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Donnerstag, der 25.10.2007, 02:14
Mit Branigan im koreanischen Kino

Ich denke, dass wird die einzige meiner Hausarbeiten sein, die ich mir wirklich getraue, in den Weiten des Webs verfügbar zu machen. Das hat mehrere Gründe: Einmal hat sie mich viel Schweiß gekostet und es steckt einiges an Herzblut drin. Zweitens muss man ja auch ein Gegengewicht zu solchen Plattformen wie Hausarbeiten.de bilden, auf der ein universitäres Ideal vom freien Gedanken (der so wunderbar mit dem digitalen open source Gedanken verschmelzen könnte) unterbunden wird. Dann nehme ich an, dass meine Analyse von Kim Ji-woons A Tale of Two Sisters (Südkorea 2003) vielleicht dem einen oder anderen beim Greifen des Films und seiner wunderschönen Komplexität behilflich sein kann. Und zu guter Letzt liebe ich es einfach, freie und schöne Texte im PDF-Format im Internet zu finden - vielleicht ergeht es jemanden in Bezug auf diese Arbeit einmal ähnlich.

Ich schicke gleich voraus, dass die Analyse und Deutung des Films mit dem Begriffswerkzeug des Filmtheoretikers Edward Branigan, der Raum- und Erzählkonzepte höchst geschickt aneinanderkoppelt, sehr analytisch (ergo trocken) ausgefallen ist. Eine Lektüre - sollte sie sich denn überhaupt lohnen (ich weiß nicht, ob sie es tut) - sei also höchstens nach der Filmsichtung empfohlen.

Kollidierende Räume als narratives Prinzip
„A Tale of Two Sisters“ & Edward Branigans Point of View


Link(s) Edward Branigan imdb-Eintrag zu "A Tale of Two Sisters"
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Sonntag, der 04.02.2007, 18:10
Back to Klassik!

Nach dem gestrigen Kino-Dekabel bot sich mir eine Möglichkeit, gedanklich von diesem riesigen Gülle-Haufen wieder runterzukommen: Ein Besuch in Goethes Wohnhaus in Weimar und der ständigen Ausstellung nebenan - im Kombi-Ticket kostet das für Studenten 6,50 Euro.

Nach zweckentfremdeten Schnitt- und Gewalt-Gewitter und kalter Knochenbrecherei kam mir eine Reise zurück in die Weimarer Klassik gerade gelegen. Ja gut, sie war eine normative Ästheik gewesen, aber wenigtens stand in dieser der Mensch in seiner Erhabenheit und Vollendung im Zentrum. Die Form war mehr als Oberfläche, sublimierte sie doch immer das zutiefst Menschliche und Schöne. Die Romantik schlich sie schon von hinten an, die Epoche der Klassik dauerte nur kurz. Das war vielleicht auch gut so. Jedenfalls wusste ich den ausgedehnten Gang durch diese andere Zeit gerade in Kontrast zur gestrigen Filmerfahrung besonders zu schätzen und zu genießen, gleichsam aufzusaugen...

Zur Konzeption gibt es einiges zu sagen: Im Goethehaus wurde vollkommen auf Beschriftungen und Texte verzichtet. Entweder mit einer kleinen Broschüre ausgestattet, die die ca. 20 Räume kursorisch vorstellt, oder einer Audio-Führung konnte man das Haus in einer weitestgehend vorgegebenen Reihenfolge durchstreifen. Ich habe mich für Ersteres entschieden - bemerkenswert dabei war, wie man sich frei durch die Einrichtung bewegen konnte, die zwar eher weniger mit wärmlicher Wohnlichkeit glänzte, aber trotzdem auch nicht den Eindruck eines allzu distanzierten Museumsmuff vermittelte. Mit einem kleinen Vorwissen ausgestattet, gab es doch einiges zu entdecken, am Mobiliar, den Gemälden, Büsten, der Bibliothek, ja, der Aufteilung der Räume allgemein. Gerade das Vorstelligmachen der Architektur ist bei einer solchen kulturellen wie gesellschaftlichen Instanz wie Goethe ein entscheidener Faktor. Das 18. Jahrhundert (+) war ein Jahrhundert der Zirkel, Gruppen & des Freundschaftskultes. Nun konnte man auch erahnen, wie & wo sich solche fast zum Ritus überhöhten Treffen abgespielt hatten. Allein, beim Erahnen blieb es. Auch die montone Sprecherstimme der Audioführung könnte (& sollte) den epitaphen Charakter, der sich vor Goethes Sterbebett noch einmal überschlägt, nicht nehmen. Alles war groß und edel, blieb undurchdringlich auch...

Anders die erstklassige ständige Ausstellung, die Büsten, Statuen, Bücher, Gemälde u.a. aus dieser Zeit - ganz klassisch - hinter Glas & luftdicht verschließt. Auf milchiger Folie, der Lesbarkeit leider etwas abträglich, wurden Herkunft der Artefakte so genau wie möglich nachgezeichnet und kulturelle Hintergründe in mittelgroßen Texten aufgezeigt. Vorbildlich war, dass man Beteiligte selbst zu Wort kommen ließ und aus den umfangreichen Briefwechseln und Tagebüchern dieser Zeit stets prägnante Zitate brachte. Es ergab sich langsam ein Panorama, das politische, geschichtliche, künstlerische, ästhetische, programmatische & philosophische Faktoren der Weimarer Klassik verknüpfte. Das Zeitbild wurde im Rahmen der Restriktionen einer jeglichen Ausstellung umfangreich und interessant aufbereitet, auch in Vorgängerschaft (z.B. Klopstock) und Nachhut (Romantik). Das reiche Material verteilt sich recht fragmentarisch in den weiten und offenen Räumen, ähnlich des Wirkens unterschiedlichster Kräfte und Personen in dieser Epoche. Dabei ist ein kleines Vorwissen ebenfalls eine Hilfe. Mir jedenfalls wurden wieder einige Augen geöffnet und Zusammenhänge klar - und in erster Linie eine Epoche bildhaft... und das ist schon eine Leistung, wenn man einmal bedenkt, das der ästhetische Idealismus in seinen Erhabenheitsanspruch schlechthin schwer präsentierbar ist.

Link(s) Klassik Stiftung Weimar
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